Familie und Beruf besser vereinbaren

Berufstätigkeit lässt sich häufig nur schwer mit der konkreten Lebenssituation, besonders bei Alleinerziehenden, vereinbaren, solange die Kinder klein sind. Alleinerziehende sind mit deutlich höheren Anforderungen an die Organisation von Alltag, Haushaltsführung, Kindererziehung oder den Erwerb beziehungsweise Erhalt von Bildung und beruflichen Qualifikationen konfrontiert.

Neben den individuellen Herausforderungen erschweren zudem strukturelle Hürden vielen Alleinerziehenden den (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben. An erster Stelle stehen unvereinbare Arbeits- und Kinderbetreuungszeiten. Dafür wollen wir ein Kooperationsmodell von Kommunen, Unternehmerverbänden und Universitäten an sechs Standorten in Niedersachsen: Hannover, Oldenburg, Osnabrück, Braunschweig, Göttingen und Lüneburg zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie entwickeln. Wir wollen in Niedersachsen innerhalb von fünf Jahren ein optimales und möglichst niedrigschwelliges Angebot lokal entwickeln.

Beruf und Familie müssen besser miteinander vereinbar sein und eine möglicherweise drohende prekäre materielle Situation, insbesondere der Bezug von SGB-II-Leistungen als primäre Finanzierungsbasis, soll vermieden werden. Dazu gehören: Sicherung der materiellen Grundlagen, Beratung, Vermittlungsleistungen in geeignete Beschäftigungsverhältnisse in Kooperation mit Handwerk und Wirtschaft vor Ort, Betreuungsmöglichkeiten für Kinder (ganztags und/oder in Randzeiten) oder Qualifizierung (Schulabschlüsse, Aus-, Fort- und Weiterbildung), Umsetzung von Home Office, digitalisierte und damit flexiblere Arbeitszeiten. Dafür soll jeder Standort zusätzlich mit 100.000 Euro pro Jahr ausgestattet werden, Laufzeit 2018 bis 2022, dazu universitäre Begleitung und Evaluierung, Gesamtkosten für Gesamtlaufzeit: 2,4 Mio. Euro plus 100.000 Euro Evaluierungskosten.

 

Für mehr Verlässlichkeit  

Die CDU in Niedersachsen sieht eine qualitativ hochwertige Bildung, Ausbildung und Erziehung als Schlüssel für die kulturelle, wirtschaftliche und soziale Entwicklung unseres Landes. Wir stehen für eine umfassende Bildung und Wertevermittlung. Gute Bildung fördert Talente und Begabungen. Sie bietet jedem Einzelnen die Chance auf Teilhabe, berufliche Perspektiven und Aufstieg. Bildung schafft Chancen für alle. Lebenslanges Lernen beginnt früh und endet nie. Alle Menschen in Niedersachsen haben das Recht auf ein qualitativ hochwertiges Bildungsangebot. Jeder ist aber auch aufgefordert, dieses Angebot zu nutzen. Bildung ist nicht nur eine Bringschuld des Staates.

Die CDU wird einen Masterplan Bildung auf den Weg bringen mit passgenauen Bildungsmodellen von Kita, über Schule, Ausbildung bis hin zum lebenslangen Lernen für alle Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Niedersachsen; für diejenigen, die mehr Unterstützung benötigen genauso wie für die, die hochbegabt sind. Wir halten an dem Ziel fest, dass die Erstausbildung kostenfrei bleibt. Das gehört zu unseren Vorstellungen von sozialer Sicherheit und Vorsorge für die Menschen. Ausbau und Qualität der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung sind uns wichtig. Der Kita-Besuch soll kostenlos sein. Dies darf nicht zu Lasten der niedersächsischen Kommunen gehen.

Hierfür hat die CDU in Niedersachsen bereits 2007 die Grundlagen mit dem beitragsfreien dritten Kindergartenjahr geschaffen. Diesen Weg werden wir konsequent weiterverfolgen und bieten an, noch in diesem Jahr einen gemeinsamen Nachtragshaushalt zu beschließen. Zusätzlich brauchen wir ein pädagogisches und finanzielles Gesamtpaket. Qualitätsverbesserungen in der frühkindlichen Bildung müssen die Betreuungssituation in Kitas im Blick haben. Daher will die CDU neben der Beitragsfreiheit längere und flexiblere Öffnungszeiten, einen besseren Betreuungsschlüssel und bessere Arbeitsbedingungen für die Erzieher. Der Bedarf an Krippenplätzen muss landesweit, auch in Großstädten mit besonders großer Nachfrage, vollständig gedeckt werden.

Quellen:

Beschluss des CDU Landesvorstands, 31. März 2017

Walsroder Erklärung – Beschluss des CDU-Landesvorstands, 20.1.2017 in Walsrode